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Hausverbot für Kriminelle - auch wenn es Geld kostet!

21.03.2015

Die menschliche Gesellschaft hat einen bitteren Bodensatz. Die Menschen, über die ich hier sprechen möchte, haben meist gerade so viel Bildung, dass sie Wörter aneinander reihen können, um daraus Verleumdungen, Beleidigungen, Morddrohungen und Mordaufrufe zu formen. Sie kommen von linksaußen, rechtsaußen, sind tief religiös oder militant-atheistisch, aber in einem sind sie vereint. Im Hass.

Ende 2014 hat die Süddeutsche die Kommentarfunktion abgeschafft. Die FAZ lässt Kommentare nur noch unter Klarnamen zu. Höchste Zeit. Denn die Medien haben nicht nur ihren Lesern gegenüber eine Verantwortung, sondern auch gegenüber ihren Mitarbeitern.

Aufhängen, abstechen, vergiften, verbrennen - das drohen Kommentatoren den Verfassern und Verfasserinnen von Artikeln regelmäßig an, wenn diese inhaltlich nicht mit ihren Überzeugungen übereinstimmen. Sie unterstellen ihnen sexuelle Abartigkeiten, beschimpfen sie wegen ihrer (vermuteten) Herkunft, ergehen sich in kruden Theorien zu den Motiven der Berichterstattung.

Diese Kommentare haben einen wirtschaftlichen Wert: Sie provozieren Widerspruch (und weil es von dieser Sorte Mensch mehr als einen gibt auch Zustimmung), und damit weitere Kommentare. Sie provozieren eine Fortsetzung der Diskussion in sozialen Medien, und fördern damit Traffic - dem sich über die Werbeeinnahmen direkt ein Geldwert zuordnen lässt.

Vielleicht weil das so ist, vielleicht auch aus der naiven Hoffnung heraus, die Ausfälle der Verbalkriminellen würden von in der Masse der Mainstream-Kommentare an den Rand gedrückt, haben die Betreiber lange (fast) tatenlos zugesehen, wie ihre Mitarbeiter psychisch gefoltert wurden. Ich bin überzeugt davon, dass das Zulassen solcher Kommentare - und sei es auch nur für ein paar Stunden - mehr Einfluss auf die Berichterstattung hat als das Annehmen von Werbegeschenken oder Einladungen zum Essen. 

Und: Es ist ein erheblicher Unterschied, ob ein Zug von Demonstranten in den Straßen "Lügenpresse" skandiert, oder ob Einzelne sehr konkrete Beleidigungen und Drohungen gegen namentlich benannte Journalisten äußern - und solchen Äußerungen dafür auch noch direkt in den Medien Platz eingeräumt wird, für die die bedrohten und beleidigten Journalisten arbeiten. Das fühlt sich an wie Verrat. Deshalb greift das häufig gehörte Argument auch nicht "Dann pöbeln die halt auf Twitter/in ihrem eigenen Blog/im Forum von...". Es ist etwas anderes, nicht verhindern zu können, dass Vandalen die Außenwände der Redaktion beschmieren, als ihnen die Türen zu öffnen, damit sie sich drinnen austoben.

Wohlverstanden: Das Recht auf freie Meinungsäußerung ist ein wichtiges Grundrecht. Ebenso wie die Würde des Menschen. Medien müssen Wege finden, ihre Mitarbeiter zu schützen - bis sich ein besserer Weg findet, um den Preis der Kommentarfunktion und der Facebookseite.

 

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