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E-Mails und der Informantenschutz: Immer noch sorglos?

14.12.2014

"So geheime Kontakte habe ich gar nicht."

"E-Mails verschlüsseln? Viel zu kompliziert..."

"Was für Informanten? Ich rede grundsätzlich nur mit den Leuten von der Pressestelle."

Zugegeben, einem Informanten vom Schlage eines Edward Snowden begegnet der durchschnittliche Journalist circa null mal im Leben. Aber Informantenschutz darf nicht mit dem Kaliber des Informationswertes stehen oder fallen. Zumal sich der Wahrheitsgehalt des alten Spruches "Nur weil du paranoid bist, heißt das nicht, dass sie nicht hinter dir her sind" in der Geschichte mehr als einmal bestätigt hat.

Wir befinden uns im zweiten Jahr nach Snowden, und wir können noch immer nicht das ganze Ausmaß erkennen, in dem unsere gesamte elektronische Kommunikation abgeschöpft wurde und wohl auch weiterhin wird. Dass NSA und GCHQ Unterstützung durch Dienste und Behörden in unserem Land haben, und dass die gewonnenen Informationen denen zur Verfügung gestellt werden, die zu unterstützen politisch oder wirtschaftlich opportun erscheint, ist als Tatsachenbehauptung kaum haltbar. Aber es ist eine plausible Hypothese. Die Leute, die noch vor einigen Jahren von einer 'aufgeklärten' Mehrheit als Verschwörungstheoretiker belächelt wurden, sie haben wahrscheinlich recht.

Daraus ergeben sich Konsequenzen für die eigene journalistische Arbeit. Die naheliegendste - der Verzicht auf jegliche elektronische Kommunikation - käme freilich einer Arbeitsniederlegung gleich. 

Vergleichsweise unaufwändig ist es dagegen, Kontaktpersonen eine Möglichkeit zu bieten, Informationen 'geschützt' - das heißt in diesem Fall 'verschlüsselt' - zu übermitteln. Dass Dienste wie die oben angeführten über Möglichkeiten verfügen, verschlüsselte Nachrichten zu entschlüsseln, ist zwar ebenfalls eine plausible Hypothese. Als gesichert gilt jedoch: Der Aufwand ist erheblich höher. 

Die bis heute verbreitetste Form der E-Mail-Verschlüsselung ist die mit Hilfe von Schlüsselpaaren, wie sie OpenPGP verwendet. 

Verschlüsselte E-Mail-Kommunikation auf dieser Basis funktioniert etwa so: 

  • Der Empfänger beschafft oder erzeugt ein Schlüsselpaar, das aus einem privaten und einem öffentlichen Schlüssel besteht.
  • Der Empfänger stellt den öffentlichen Schlüssel zur Verfügung (zum Beispiel auf einem Public Key Server - hier zum Beispiel mein öffentlicher Schlüssel)
  • Der Absender verschlüsselt die Nachricht mit dem öffentlichen Schlüssel des Empfängers (!) und schickt sie an ihn.
  • Der Empfänger entschlüsselt die Nachricht mit seinem privaten Schlüssel. 

Damit jemand mir eine verschlüsselte E-Mail schicken kann, benötigt er also meinen öffentlichen Schlüssel. Will ein Unbefugter diese E-Mail lesen, benötigt er meinen privaten Schlüssel. 

Vielen meiner Kontakte ist E-Mail-Verschlüsselung zu kompliziert. Das ist nicht weiter schlimm, so lange sie mir nichts Vertrauliches schicken möchten. Selbst dann bleibt es ihnen unbenommen, die mit unverschlüsselter Kommunikation verbundenen Risiken einzugehen. Der ab jetzt im Impressum und unter Telefon und E-Mail zu findende öffentliche Schlüssel bietet ihnen aber immerhin die Chance, Nachrichten relativ gut geschützt vor den Blicken Unbefugter zu übermitteln. 

 

Kommentare: 1

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UserSmithe377
Date / Time29.09.2017 - 06:32:47
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