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Writing for the Web: Fazit zu meiner ersten MOOC-Erfahrung

21.12.2014

Wie kürzlich erwähnt, habe ich mich dazu entschlossen, den MOOC (= massive open online course) Writing for the Web zu belegen. Inzwischen habe ich alle Kursteile und Prüfungen hinter mich gebracht. Dabei sind mir die Vorzüge, aber auch die Nachteile dieser Lernform im allgemeinen und dieses Kurses im speziellen ins Auge gefallen.


Vorteile:
  • kostenlos
  • keine Präsenzzeiten, daher freie Zeiteinteilung innerhalb des Kurszeitraums
  • strukturiertes Lernen und einfaches Wiederholen durch kurze Lehrvideos (je etwa 5 bis 10 Minuten)

Nachteile:
  • kaum Networking unter den Teilnehmern
  • Verständnistests und Assessments ausschließlich in Form geschlossener Fragen
  • keine praxisnahen Aufgabenstellungen

Das Konzept, jedes der vier Module in acht bis zehn Unteraspekte zu teilen, die die Dozentin dann in einzelnen, verhältnismäßig kurzen Lehrvideos behandelt, hat mir sehr gut gefallen. Nicht jeder hat eine Konzentrationsspanne, die es ihm erlauben würde, einem ein- oder mehrstündigen Vortrag zu folgen. Fünf bis zehn Minuten konzentriertes Zuhören dürfte aber nur wenige überfordern. Die kurzen Videos erlauben es zudem, ganz gezielt einzelne Aspekte zu wiederholen.

Zu jedem Kurs gibt es ein Kursforum. Darin können Lernende Fragen stellen und sich miteinander austauschen. Ins Forum haben sich jedoch nur die wenigsten eingebracht - wohl auch, weil es kein integraler Bestandteil des Kurskonzepts ist. Ich kann mich nicht erinnern, dass die Dozentin auch nur in einem der Videos darauf hingewiesen hätte. Echtes Netzwerken, in Präsenzseminaren m. E. der mindestens zweitwichtigste Teilnahmegrund, fällt hier weg, und der sprichwörtliche "Blick über den Tellerrand" ist auch kaum möglich.

Bedauert habe ich auch, dass der Kurs keine praktischen Übungen umfasst. Denkbar gewesen wäre etwa, einen Text aus einer Printpublikation in eine webtaugliche Fassung zu bringen, eine Website zu analysieren und einen (fiktiven) Styleguide zu entwerfen oder gleich ein eigenes Webprojekt (vielleicht bei einem der bekannten Gratis-Bloghoster) an den Start zu bringen. Freilich lassen sich solche Übungen, anders als die zum Einsatz kommenden geschlossenen Fragen, nicht automatisiert bewerten, sondern erfordern das Auge eines sachkundigen Lehrers - ein Aufwand, den die Dozentin wohl kaum für alle letzlich 1.340 Teilnehmer hätte leisten können.

Fazit: Gutes Konzept mit Grenzen

Trotz der oben genannten Kritikpunkte habe ich die Teilnahme nicht als Zeitverschwendung empfunden. Das Thema war für mich natürlich kein Neuland, aber es hat gut getan, eingeschliffene Routinen zu hinterfragen und wichtige Aspekte beim "Schreiben für das Web" wieder einmal aufzufrischen. Wer einen solchen MOOC belegt, muss für die Praxis freilich selbst sorgen. Und auch für das Netzwerken gibt es sicher besser geeignete Plattfomen. 

 

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